
Die Geschichte der
FAIRPLAY VIII
Der Schlepper FAIRPLAY VIII wurde
1962 auf der
Werft Theodor Buschmann am Reiherstieg in Hamburg-Wilhelmsburg gebaut.
Auftraggeber war die alteingesessene "Fairplay
Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard GmbH" aus Hamburg. Der
Schlepper wurde unter Aufsicht und mit Klasse des Germanischen Lloyd
erbaut (Klassenzeichen: +100 A4 K E Schlepper) und im Hamburger
Schiffsregister eingetragen.
Als eines von sechs Schwesterschiffen zählte der
Einschrauben-Kortdüsenschlepper mit 600PS und 12 t Pfahlzug zu
den Hightech-Fahrzeugen seiner Zeit. Überwiegend diente das
Schiff im Hamburger Hafen als Assistenzschlepper. Hin und wieder wurde
er auch als Bergungsfahrzeug oder für Verschleppungen
über See eingesetzt. Je nach Einsatz fuhr der Schlepper drei
oder vier Mann Besatzung.
Die Schlepper dieses Typs -sechs Schwesterschiffe hatte die
Buschmannwerft für Fairplay gebaut-
gehörten in den 60iger und 70iger Jahren zum Besten, was in
der Schleppschifffahrt zu haben war. Mit der rasanten Verbreitung von
Azimut-Antrieben ab Mitte der 70iger Jahre begann der Stern von
Einschrauben-Kortdüsenschleppern jedoch langsam zu verblassen.
Mit dem Boom der Container wurden die Frachtschiffe immer
größer. Die FAIRPLAY VIII wurde als "kleines Moped"
für Bugsieraufgaben zu schwach. 2002 verlegte die
Fairplay-Reederei den Schlepper in ruhigere Gewässer nach
Wismar, wo er noch bis Mai 2009 in täglicher
Einsatzbereitschaft war. Doch auch dort gab es immer weniger geeignete
Aufgaben für den Schlepper, weswegen er eigentlich
außer Dienst gestellt und verschrottet werden sollte.
Das Schiff funktionierte technisch noch einwandfrei, auch befanden sich Deck, Maschine, Brücke und Wohnräume bis in kleinste Details noch im Zustand der Indienststellung - vom elektrischen Kombüsenherd bis zum Wandlämpchen in der Messe. Deshalb entschloss sich die Reederei, ihre älteste und kleinste Einheit der Stiftung Hamburg Maritim zu schenken. Diese wurde im Sommer 2009 neuer Eigner. Seither liegt die FAIRPLAY VIII als Traditionsschiff in ihrem neuen Heimathafen, dem Sandtorhafen in der Hambuger Hafencity.
Vorausgegangen war eine Werftüberholung auf der
Buschmann-Werft am Reiherstieg, der Bauwerft. Dort ist der Rumpf im
Auftrag der Stiftung und unter Aufsicht des Germanischen Lloyd
gründlich untersucht worden und eine Reihe von
schiffsbaulichen Maßnahmen wurden durchgeführt. Auch
die historische 5 t Beistopperwinde der Atlas-Werke Bremen, für
deren Gleichstrom ein separater Hilfsdiesel sorgt, ist hierbei neu
fundamentiert und instandgesetzt worden. Nach der dann
erfolgten Maschinenerprobung im Beisein des Germanischen Lloyds besitzt
der Schlepper wieder ein gültiges Klassenzeugnis (+100 A5 K E
+MC).
Stiftung